Wieso nicht "brennender schlüpfer" oder "hässlicher Käse"?

Luise

Buntes Gold... BG (BIE-TSCHIE für die coolen Kids) – So haben wir uns genannt. Aber wieso?

 

Ein Name ist wichtig. Ein Name soll sich einprägen, soll sofort ein Bild im Kopf des Lesers erzeugen und am besten nie wieder verschwinden.

Was sich nach ideologischer Marketingstrategie anhört, war für uns eine Suche nach einer gewissen Identität. Es war also wichtig, einprägsame Worte zu finden, die uns und das Vorhaben auch auf emotionaler Ebene beschreiben.

 

Und was uns im textilen Zusammenhang in allen südamerikanischen Ländern auffiel: die Farben!

 

Unsere europäische Tristesse, was Flora, Fauna und Textil betrifft, lässt einen schon bei den ersten fotografischen Aufnahmen von Peru verwirrt blinzelt. Unsere Farbwahrnehmung wird überflutet mit schrägen Kombinationen. Aber das Wort „Bunt“, welches wir wählten, steht auch für Vielfalt. Nicht nur die folkloristische Vielfalt indigener Völker, sondern auch unsere Eigene. Schließlich verfolgt jede der Teilnehmerinnen ihre eigene Vision, mit selbstgewählten Mitteln und verschiedensten Interessenpunkten, um diese dann später zu einem großen Ganzen zu einen.

 

Außerdem sind die ersten Assoziationen zu Peru bei allen ziemlich ähnlich: Kantige Pyramiden mit unendlichen Treppen, Grabräuber und verborgene Schätze. GOLD ist das, was die Kolonisten sich damals bis auf´s letzte Gramm zu eigen machten. Und auch noch heute ist Peru der sechstgrößte Exporteur von diesem wertvollem Element. Im geschichtlichen Zusammenhang stellt Gold immer eine Versuchung dar. Es bringt Leid und Unterdrückung über die Menschen. Auch die Beschaffung ist harte Arbeit. Dennoch scheint es irgendwie in uns zu sein: Die Gier nach Gold. Nun würde ich wirklich nicht behaupten, unser Projekt bringe Leid über die Menschheit (wäre marketing-technisch auch nicht so gut...), aber dennoch benannten wir unser Vorhaben nach einem wertigen, lang verehrten Metall, das die Menschheit schon immer fasziniert. Genauso steckt viel Anstrengung in jedem Detail unseres Plans, um mit Untersuchung, Auseinandersetzung und Reflektion etwas von Wert zu schaffen.

 

Ich für meinen Teil denke (ohne den ganzen Gedankenprozess zu beachten) bei „Buntes Gold“ an Lichtreflektionen. Eine matte, goldgelbe Fläche fängt das Licht ein und streut es gebrochen, in vielen Farben an die Decke. So wird aus etwas Schönem etwas Mystisches... man muss es nur im richtigen Licht betrachten...

 

Was habt ihr für erste Assoziationen, wenn ihr „Buntes Gold“ hört? Schreibt es in die Kommentare.