Ich habe heute leider keinen Druck für dich

Swantje

Peru ist, wie viele südamerikanische Länder, Meister des Webens. Es gibt eine lange Textilgeschichte mit diesem Handwerk und selbst heute wird zumeist selbstgewebte Kleidung oder Tracht von der Bevölkerung getragen. Selbstverständlich abhängig von der Region und Besiedlungsdichte. Durchsäht von Mustern, die so komplett verschieden von unseren europäischen sind. Denn hier finden sich sogar historisch betrachtet keine Gemeinsamkeiten.

 

Die meisten von uns besitzen irgendein bemustertes Textil, als Duschvorhang, Teppich oder Kissen aber das Bewusstsein für die Bedeutung von Mustern ist eher schwach ausgeprägt und nahezu kaum vorhanden im Vergleich zu Ländern wie Peru, Indien oder Mali. Die Erdverbundenheit der indigenen Völker ist vielmehr von Gefühlen, Riten und Jahreszyklen geprägt als europäische Götterbilder.

 

Inti (Sonne), Mayu (Fluss), Ch’aska (Sterne), T’ika (Blumen), and Qocha (Seen) sind ursprüngliche, einklängliche Gestaltungsmotive für Textilien. Eine Ehrung an die Pachamama- Die Mutter Erde. Die bekanntesten Muster dürften aber vermutlich die aztekischen bzw. geometrischen sein. Die Azteken sind nicht der peruanischen Kultur entsprungen, lieferten aber genug Einfluss auf ganz Mittelamerika und deren Glaube das Textilien einen sozialen Status widerspiegeln. Diese ZickZack- oder Rautenanordnungen sind auch bei uns fast schon heimisch geworden und werden gerne für Raumtextilien aber auch in der Mode eingesetzt um Fernweh zu erzeugen.

 

Das Weben in Südamerika so fest verankert ist, scheint mir unübersehbar, doch mich reizt auch, herauszufinden ob noch andere Textiltechniken zu finden sind, wie zum Beispiel das Drucken. Mittlerweile wird bestimmt auch in Peru Digitaldruck oder Siebdruck ausgeübt und ich bin Willens auf unserer Reise dafür den Beweis zu finden. Die Geschichte des Webens in Peru wird an anderer Stelle Beachtung finden, denn ich werde jetzt erstmal ein paar Alpaca-Muster zeichnen.