Reisebericht

Magdalena

Wie Heda in ihrem letzten Beitrag schon angekündigt hat, haben wir einen Ausflug nach Karlsbad gemacht, um uns Galerien anzuschauen. So ging es Freitag also pünktlich 7 Uhr in Schneeberg los. Auf der Autofahrt ist uns mal wieder klar geworden wie schön das Erzgebirge eigentlich ist.

Unser erster Stopp war Ostrov, ein Vorort von Karlsbad, in dem ein wunderschönes Lustschloss steht. Hier hat die Karlsbader Kunstgalerie eine Außenstelle. Sobald wir den Park betraten und auf das Schloss zugingen, waren von uns allen nicht mehr die üblichen Gegackereien, sondern nur noch Ahhhhh´s und Ohhhhh´s zu hören.

Es war kein besonders schönes Wetter und der Wind wirklich kalt und ungemütlich, aber der Blick machte das mit seiner völlig unkitschigen Romantik (und das ist nicht ironisch gemeint) wieder wett.

Irgendwie hat uns die Ausstrahlung des Ortes sofort begeistert.

Im Schloss angekommen, haben uns zwei sehr nette jungen Damen in Empfang genommen, die hier als Kuratorinnen arbeiten, um uns nach einem wärmenden Tee eine Führung zu geben.

Der Mittelteil ist ein riesig hoher Raum, fast eine kleine Halle mit mächtigen Wandmalereien. Wo eigentlich sonst Stühle für diverse Veranstaltungen stehen, ist gerade eine eindrucksvolle Installation mit Sand zu sehen, durch die man sogar laufen kann. Nur einen Abend zuvor war die Vernissage der derzeitigen Ausstellung verschiedener tschechischer Künstlerinnen und Künstler.

Wir hatten also gleichzeitig noch die Möglichkeit, uns diese Arbeiten anzuschauen.

 

Die Räumlichkeiten sind wirklich der Wahnsinn und trotzdem bodenständig. Die Ausstellungsräume im ersten Stock führen einmal um die Große Halle herum, sprich: man kann von oben auf die Halle herunterblicken, läuft also wie auf Balkonen. Auch unter dem Dach ist nochmal ein toller großer Raum mit viel Platz und einem schönen Ausblick auf den Park. Zusammengefasst wäre uns also eine große Freude hier ausstellen zu dürfen, mal sehen, ob es klappt.

Nach ein paar Abschiedsseufzern setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren nach Karlsbad herein, um uns dort die Villa Becher anzuschauen. Auch hier erwarteten uns schöne Räumlichkeiten und eine eindrucksvolle, grafische Ausstellung. Natürlich wäre es uns auch hier eine Ehre ausstellen zu können, aber würde man uns die Wahl lassen, wären wir einstimmig für das Lustschloss zu haben!

Die große Karlsbader Galerie ließen wir aus Zeitgründen dann doch aus. Und mal ganz ehrlich:

hier stellen die ganz großen aus....

Ein kleiner Bummel durch das Kurzentrum durfte natürlich auch nicht fehlen. Direkt an der Teplá entlang kamen wir an den bekannten Heilquellen vorbei. Einige mutige unter uns probierten auch aus den speziellen Schnabel- Bechern, die überall verkauft werden.

Das ein oder andere Mal, hat uns sogar die Sonne mal mit ihrer Anwesenheit beehrt.

 

Zum Mittag sind wir dann in eine richtige, tschechische, dunkle, für Touristen niemals zu findende urige Kneipe eingekehrt. Ein echter Geheimtipp, viele Stammgäste waren anwesend (sagte uns Heda mit ihrem echten Kennerblick) und das Essen war EIN TRAUM!

Karlsbad war insgesamt also ein voller Erfolg. Man will gar nicht glauben, wie schnell man von Schneeberg aus in Tschechien ist. Die Stadt ist auch so als Ausflugsziel sehr zu empfehlen.

Wieder ins Auto gesetzt hat es uns nach Oberwiesenthal auf eine Alpakafarm verschlagen, was den ganzen Tag erst so richtig rund gemacht hat, aber dazu wird Luise am Donnerstag ausführlich berichten!