„Sie glaubt sie ist ein Mann“ – Alpakazucht in Oberwiesenthal

Luise

Letzter Freitag war ein anstrengender Tag gewesen. Leicht geplättet von der Karlsbad-Besichtigung fuhren wir wieder Richtung Erzgebirge.

Das Navi im Anschlag, um unser zweites Ausflugsziel zu finden, stellten wir fest, dass uns die verputzte, mit Alpakas bemalte Hauswand schon bei der Hinfahrt aufgefallen war. Wir hielten an und prompt kam uns Romy Schmidt aus ihrem Ferienhaus entgegen, welches sie neben ihrer großen Leidenschaft

ebenfalls betreibt. Ihr orangenes Haarband leuchtete genauso, wie ihr herzliches Lächeln, als sie uns begrüßte. Sie und Fritz-Jürgen Hieke züchten seit 2004 diese flauschigen Alpakas. Wir wurden also zu den Tieren geführt und die gesamte Buntes Gold-Truppe quietschte entzückt auf. Worauf wir erstmal ermahnt wurden, dass man sich so keinem Fluchttier nähern kann. Wir bemühten uns also die geballte Niedlichkeit mit Würde zur Kenntnis zu nehmen. Und während wir da im Gehege standen und von Zuckerschnecke, Kim, Stracciatella und Pippi Lotta beäugt und gekusselt wurden, erzählte uns Romy vieles Interessantes aus ihrem Leben mit den Alpakas: Derzeit leben auf der Traumweide Oberwiesenthal an die 80 Tiere. Einige von ihnen waren trächtig, da passierte es schonmal, dass sich manch hormongeplagte, werdende Mutter für einen tollen Hengst hielt und andere Damen bestieg. Aber bevor ich hier in Sentimentalitäten versinke – ein paar Fakten:

1. Alpakas gehören zur Ordnung der Paarhufer und zur Gattung der Kamele.

2. Als domestizierte Kamelform stammt das Alpaka aus den südamerikanischen Anden.

3. Sie können bis zu 25 Jahre alt werden.

4. Ihre Körpergröße beträgt bis zu einem Meter im Stockmaß.

5. Sie wiegen ausgewachsen zwischen 50-80kg.

6. Alpakas werden als Fasertiere gezüchtet, nicht als Lastentiere.

7. Aufgrund ihres besonderen Fells, können sie sich sehr gut an klimatische Bedingungen anpassen.

8. Das Alpakafell weist 22 Farben und bis zu 60 verschiedene Schattierungen auf.

9. Ich (und die anderen stimmen mir sicher zu) habe noch nie so schöne Kulleraugen gesehen!

Daher der Tipp von Romy: Schau einem Alpaka nie zu tief in die Augen, du könntest dich verlieben…

 

(Diese und weitere spannende Infos findet ihr unter: http://www.traumweide.com/)

 

Nachdem wir uns also haltlos verliebt hatten, besichtigten wir noch den eigenen Hofladen der Beiden. Gemütlich eingerichtet blinkten uns von überall her Urkunden und Auszeichnungen dieser wundervollen Tiere an. Echte Champions sind das, erzählten uns die beiden Alpakabegeisterten. Eine große Spannbreite an Produkten zeigte uns, wie vielseitig Alpakawolle einsetzbar ist und als eingefleischte Textiler war es ein Muss jede Wolle, jeden Schal und jede Faser zu befühlen. Natürlich bekommt man da schon wieder fixe Ideen für spätere Umsetzungen. Aber damit war der Rundgang noch nicht vorbei. Wir hatten den Beiden schon unser Projekt in ein, zwei Sätzen erklärt und als die Sprache dann wieder auf die Reise nach Peru fiel, kamen Fritz und Romy kaum aus dem strahlen heraus. Mit wunderschönen selbstgeschossenen Fotos, interessanten Anekdoten, Tipps und Empfehlungen, schwärmten sie von ihrer eigenen Perureise. Wenn auch bei manchen die Flugangst geschürt wurde , erweckte ihre lebendige Erzählweise in uns den Wunsch am besten sofort in dieses faszinierende Land zu fliegen…

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Romy und Fritz für diesen herzlichen Einblick und die Infos.

Wir sind mit so viel mehr als nur mit Heu am Mantel und einer Alpakaaffinität abgereist.

 

Mein Fazit des Besuchs: Man sollte alles was man tut, mit Leidenschaft tun. Vielleicht hat man dann auch mal das Glück, Herr über eine Kulleraugenherde zu sein…