Gobelinweberei in Peru

Fabi

In diesem Semester beschäftige ich mich unter anderem mit der Weberei, genauer gesagt mit der Gobelinweberei. Streng genommen sind „Gobelins“ einzig die in der Pariser Gobelins-Manufaktur gefertigten Werke. Man könnte umgangssprachlich auch eher von Bildteppichen sprechen, um es sich besser vorstellen zu können. 

 

Auch für mich war diese Technik bisher noch nicht vertraut und somit begab ich mich -wie man das halt so macht- ein wenig auf Recherche, um meine Wissenslücken und Fragen im Kopf zu klären.

Nach einigem Hin- und Herstöbern stieß ich vor ein paar Tagen auf einen Textilkünstler namens Máximo Laura und fand heraus, dass dieser zufälligerweise aus Peru stammt. Welch schöner Zufall, so wurde mir mein nächstes Thema für den Blog einfach zugespielt! Wenn einmal die Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, lässt sich überall eine Spur nach Peru führen. Und so folgte ich Máximo Laura und seinem textilen Schaffen. Er wurde 1959 in Ayacucho, Peru geboren und ist ein preisgekrönter Tapisserie-Weber. Máximo ist international als ein einzigartiger Textilkünstler Südamerikas bekannt.

In Peru ist die Bildwirkerei eine Kunst, die von Generation zu Generation durch die Familie weiter getragen wird. Schon als Kind lernte Máximo Laura an der Seite seines Vaters das Weben. Später folgte ein lebenslanges Studium der Kunstgeschichte und Literatur, bis über die Grenzen Perus hinaus. Heute lebt und arbeitet er in Lima. Für seine Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit Legenden und Geschichten peruanischen Erbes und Kulturen charakteristisch. Diese werden außerdem mit seinen Lebenserfahrungen verbunden. Quellen seiner Inspiration sind zB. die Chavin Kultur, die bunte und starke Paracas Kultur oder auch vorinkaische Regionalkulturen wie Nazca und Huari. Aber auch Spaziergänge und Reisen, Ausstellungen, usw. sind Quellen seiner Ideen. Für die Umsetzung seiner textilen Flächen nutzt er am liebsten Alpakafasern und Baumwolle.

Bei der Betrachtung seiner Bildteppiche finde ich immer wieder erstaunlich, was mit dieser Technik alles in der Wirkung möglich ist. Seine Werke haben oft malerischen Anmut und die leuchtende Farbigkeit strahlt eine typische Eigenschaft Perus aus.

Im Jahr 2013 eröffnete Laura übrigens das Museo Maximo Laura in Cusco, Peru. Dort ist die größte Sammlung von seinen preisgekrönten Werken zu finden. Er ist unter anderem auch Mitbegründer des „Iberoamerican Textile Network“ und des peruanischen Zentrums für Textilkunst. Da Cusco eines unserer Reiseziele sein wird, könnte dieses Museum vielleicht auch ein Ausflugsziel werden. Die Bildteppiche mal ganz live und in Farbe zu betrachten wäre ein großer Reiz.

So oder so werde ich auf Spuren Lauras in Peru achten. Ein so bekannter Künstler und sein Schaffen sollten schließlich entdeckbar sein... ich bin gespannt!