Das Leben der Anderen-Peruanische Version

Swantje

Dass wir uns aus unserer Komfortzone bewegen für unsere Reise ist hoffentlich allen klar. Reisenden sowie Reise-Verfolgern. Übers Essen hab ich mir schon meine Gedanken gemacht. Ob da überhaupt was für unsere Einstellungen und Geschmäcker am Start ist. Sieht eigentlich ganz gut aus, finde ich. Meine mangelnde Reise-Erfahrung veranlasst mich heute dazu mal zu recherchieren wie das denn so mit Wohnen in Peru ist. 

Klar ein Hotel buchen ist herkömmlich, aber auch so ein bisschen Pre-Millenium.

Fabi und Magda haben sich (glaube ich) schon öfter mit dem Konzept von Airbnb auseinandergesetzt. Zumindest sind sie da im Suchen fitter als ich. Ich habe keinerlei Preisvorstellungen und weiß daher auch nicht so recht was für eine südamerikanische akzeptabel ist. Fotos können ja immer retuschiert sein oder aufgehübscht.

Nun ja 2 Unterkünfte haben wir schon gebucht für unsere wichtigsten Anlaufpunkte Lima und Cusco.

Aber was wäre wenn wir keine Touristen, sondern Peruaner wären? Wie würden wir dann leben und wohnen? Mein kleines Gedankenexperiment.

Interessant wäre da die Frage nach der Klimazone. Wir könnten im Dschungel aufgewachsen sein, an der Küste, den Anden oder einer Wüste.  Jede Landschaft birgt seine eigenen Bedingungen. Zum Beispiel ob der Boden fruchtbar ist und Tier und Mensch allein nur durch die Natur leben und überleben können. Auch welche Roh- oder Baustoffe vorhanden sind um ein eigenes Hüttchen zu bauen. Ansonsten müssten diese vermutlich teuer eingekauft werden. Naja mein Vater sagt immer ein richtiger Mann muss einmal im Leben bei einem Hausbau dabei gewesen sein und/oder selbst gebaut haben. Da lernt man wat fürs Leben.

Egal wo wir uns befänden- großzügige Eigenheime oder Zimmer wären nicht auf der Tagesordnung. Auch im 21. Jahrhundert ist es in Peru ganz normal mit der Familie zusammen zu wohnen. Studenten haben keine große Auswahl an Wohnheimen oder WG‘s. Ist halt teuer, die Familie zu versorgen und gleichzeitig noch ein Groschen für das Wohnheim des Kindes übrig zu haben.

Aber Familie hat in Südamerika auch eine andere Definition als bei uns Deutschen. 

Also würden wir vermutlich frühs (wat für uns Studenten halt früh ist) aufstehen und den Eltern beim Frühstück helfen. Vielleicht wären unsere Eltern auch schon aus dem Haus zur Arbeit und wir müssten unsere Geschwister für die Schule fertig machen.  

Dann ab auf den weiten Weg zur Uni oder Ausbildungsstätte. Möglicherweise würden wir aber auch schon arbeiten, denn schon alleine der Besuch der Grundschule ist für viele Familien nicht erschwinglich. 

Im Internet fand ich den Kommentar einer ehemaligen Lehrerin aus Peru, sie hat 7 Jahre für 80 Euro im Monat gelehrt, aber die meisten Dinge waren trotzdem so teuer wie in Deutschland.

Eine Wohnung mit 2-3 Zimmern in Lima kostet zwischen 700 und 900 Euro , je nach Viertel.

Daher würde unsere Familie vermutlich außerhalb wohnen und wir würden einen weiten Weg zu Fuß zur Arbeit nehmen. Jaaa zu Fuß, denn dass man zum 18. Geburtstag ein Auto geschenkt bekommt, ist selbst in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. In Peru noch viel seltener der Fall.

Nach wahrscheinlich harter Arbeit , als Frau im Haus vielleicht am Webstuhl oder ähnlichem, kämen alle zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Dieser Aspekt ist für Peruaner, wie Deutsche wichtiger gesellschaftlicher Punkt. Würde aber in unserem fiktiven Leben in Peru konsequent durchgesetzt werden. Das Essen wäre bestimmt sehr farbenfroh und lecker, anschließend würde der Tag allmählich zu ende gehen.

Natürlich ist das hier kein Tatsachenbericht. Manches kann ich nur erahnen. Aber ich hoffe dadurch das wir auf klassische Hotels verzichten lernen wir ein bisschen echtes Peru-Feeling kennen. Ich muss jetzt erstmal die Finger still halten, meine Hepatitis Impfung zeigt Wirkung.

Morgen packe ich meine Tasche für Lindow ( den Ausgangspunkt unserer Projekt-Idee) wo ich bis zum Abflug bleibe- das bedeutet ick muss meinen Grips anstrengen was ich alles jetzt schon mitnehme.